KV Mechelen – AFC Tubize

Samstag, 11.11.2006, 20 Uhr, Veoliastadium (13.123Plätze)

Zweite Liga in Belgien, immerhin einmal Europapokalsieger der Pokalsieger Ende der 80er Jahre. Heute ist das fast in Vergessenheit geraten, zumindest außerhalb Mechelens. Trotzdem mußten meine 3 Mitfahrer nicht groß überredet werden, es gab ja sowieso nichts sonderlich interessantes an diesem Abend – zumindest aus Fußballsicht. Also über Venlo gen Mechelen, ca. 1,5h vor Spielbeginn trafen wir am Stadion ein. Der Ground liegt mitten in einem Wohngebiet, einfach geil. Parken konnten wir knapp 200 Meter entfernt und bekamen noch Karten für 10,- EUR (Stehplatz). Als wir eintrafen, war es noch vollkommen leer, doch binnen der nächsten 90 Minuten füllte sich das Stadion. Es besteht aus einer Haupttribüne mit Oberrang und einem sehr kleinen Stehplatzunterrang, gegenüber ist die Heimtribüne – eine reine Stehtribüne. Diese Tribüne ist geteilt, auf der einen Seite stehen die Gäste, daneben die Heimfans. Rechts von der Haupttribüne noch die unwirklich anmutende VIP-Tribüne, die einen eher an ein Kino erinnerte und auf der anderen Seite eine weitere kleine Tribüne mit Oberrang. Dort saßen „The Originals“, vom auftreten würde ich auf eine alte Hoolgruppe schließen.

Vor dem Spiel marschierte noch ein einheimisches Orchester auf den Platz und gab ein paar Songs zum besten, schön mit Tuba, Pauke etc.pp. Dazu marschierte eine Kolonne älterer Fans hinterher, von denen jeder eine alte Fanclubfahne trug. Wir wußten nicht, ob wir das irgendwie nett oder eher scheiße finden sollten.

Sportlich bot das Spiel mehr als wir befürchtet hatten. Spannenderes hatten wir diese Saison mit Borussia auch noch nicht häufig erlebt und immerhin fielen 2 Tore für die Heimmannschaft, die daneben noch einige super Möglichkeiten ausließ. Die Stimmung auf Heimseite war insgesamt ganz ok, teilweise auch eher unbekannte Melodien mit der typisch belgischen Mischung aus englischem Support und französisch angehauchten Gesängen. Das 2:0 fiel irgendwann kurz vor Schluß und war ein klasse Aufsetzer aus gut 25 Metern.

Die Gästefans waren eher die Knallertypen, 12 Typen marke Volltrottel. Einer von ihnen hielt in den ersten 10 Minuten das Megaphon beim hineinbölken konsequent aufs Spielfeld – mitgesungen hat im leeren Block natürlich niemand. Irgendwann war es dann wohl den Ordnern zu blöd und sie nahmen ihm das Teil wieder ab. Eine Wohltat für den Rest des Stadions.

Grundsätzlich mußten wir aber wieder einmal feststellen, dass es die Art Fan, wie man sie kaum vermissen würde, wohl nur in Deutschland zu geben scheint. Die Vollhonks mit albernen, blinkenden Mützen, die sich komplett zum Affen machen, sucht man hier vergeblich – sofern man sie denn suchen würde.

Fressbuden gabs reichlich, dabei der typische Fraß aus belgischen Stadien: Pommes, Burger und Hot-Dogs und viel Zwiebeln. Insgesamt ok, kann man nicht meckern. Pinkeln war wieder Weltklasse an einer Wand unter einem Tribünendach.

Alles in allem recht kultiges Stadion mit durchwachsener Amtosphäre und mittelprächtigem Fußballspiel. Wir verabschiedeten uns 5 Minuten vor Schluß und waren irgendwann wieder zuhause. Achja, ich hasse Autobahnfahren in Belgien und Holland.

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