Sampdoria – FC Genoa

Samstag, 23.09.2007, 20 Uhr, Stadio Luigi Ferraris (36.536 Plätze)

4. Spieltag Serie A

Kurz vor Abpfiff also von Torino nach Genua, noch einmal gut 2 Stunden Autofahrt. Und da Simon kurzfristig abgesagt hatte, war ich nun der einzige Autofahrer. Endlich machten wir an einem italienischen Supermarkt halt und kauften noch was zu trinken und essen. Ich könnte mich in den Dingern den ganzen Tag aufhalten.

Vor Genua dann noch ein schöner Stau, dank eines Unfalls. Es ging von der Autobahn über die nächst und nächste und nächste Autobahn irgendwie in Richtung Stadion – meinte das Navi. Als wir die erste altersschwache Brücke überquerten, vermuteten wir uns schon auf dem falschen Weg, aber plötzlich – gleich nach der Abfahrt Genoa est – erreichten wir das Stadion. Es war bereits dunkel und überall liefen Sampdoria und FC-Fans herum, von Randale oder etwas ähnlichem keine Spur. An vielen Häusern Fahnen beider Teams, hier wohnt man Tür an Tür mit dem Rivalen. Das war schon sehr beeindrucken. MIndestens genauso beeindruckend die Parkplatzsuche, nach gut 30 Minuten hatten wir dann einen gefunden, 15 Minuten zu Fuß vom Stadion entfernt. Also die Beine in die Hand genommen und ab zum Stadion. Vor den Eingängen liefen die ersten mit Karten herum und ein Blick durch den Zaun verriet uns, dass man hier nicht so kontrollierte wie noch in Turin. Aber hier waren ja auch ein paar mehr als die 18.000 von Turin. Dummerweise konnte man beobachten wie einige Doria-Leute die bereits entwerteten Karten durch den Zaun reichten und diese dann an ahnungslose Leute verkauft wurden. Zwei von uns wurden Karten für je 40,- EUR angeboten, die sahen aber schon leidlich verknickt aus, als liess man es sein. Hier und da kletterten Leute über den Zaun und so schaffte das auch einer aus unserer Reisegruppe. Während wir gerade am Gästeeingang ankamen, telefonierte dort ein junger Genoa-Fan mit seiner Perle, die einfach nicht kam. Also verkaufte der mir ihre Karte für 50,- EUR. Da er sie von seiner Karte noch abtrennen musste und sie unbenutzt aussah, griff ich zu. Der Name wurde nicht kontrolliert und war ich auf der Nordtribüne mitten im Genoa-Block.

genuaAls ich dort reinkam, sah ich nur Fahnen und es war ohrenbetäubend laut. Was für eine geile Atmosphäre mit all diesen Fahnen um mich herum. Zaunfahnen hingen weder auf dieser noch auf der Heimseite. Die neuen Gesetze haben schon einiges von der typischen Faszination italienischer Stadien genommen. Dafür trägt man in Italien nun wieder deutlich mehr die eigenen Farben zur Schau, sei es die einst nur selten zu sehenden Trikots oder eben entsprechende T-Shirts oder Pullis. Hier im Gästeblock eben auch noch hunderte Schwenkfahnen jeglicher Größe, ein geiles Bild. Eigentlich konnte ich nur mit offenem Mund hier im Block stehen und das ganze aufsaugen. Es war eigentlich 90 Minuten lang laut, einfach nur laut und jeder machte mit. Nicht etwa nur der Stimmungskern, wie es bei uns oft der Fall ist. In der Mitte standen wohl mehrere Leute und agierten wie ein Vorsänger, dafür aber alle mit sehr viel Gespür für Fußball. Wenn etwas auf dem Platz geschah, spürte man das auch auf der Tribüne. Die Leute rasteten bei Ecken aus, bei Freistößen und bei eigenen Angriffen. Dazwischen immer wieder schöne, melodische Gesänge, die die eigene Kurve lobten und den Gegner verhöhnten. Hier fehlt uns noch oft das Gespür, wann man was singt und wann man einfach mal treiben lässt. Ein lautes „oh“ und „ah“ kann schon sehr geil sein – so auch am Sonntag zu vernehmen, wenn es zu Torschüssen kam. Die waren leider viel zu selten, das Spiel war sehr, sehr schwach. Mit dem Anpfiff ging es direkt raus aus dem Stadion, noch schnell ein italienisches Eis geschleckt und dann zurück zum Auto. Von Randale oder ähnlichem keine Spur.

Mit dem Auto dann erneut durch den scheiss Verkehr in Genua, dieses mal am Hafen entlang, zurück nach Mailand, bzw. Bergamo. Irgendwann nach 1 Uhr dann endlich am Flughafen, Auto abstellen und 2-3 Stunden pennen, einchecken, zurück nach Schland und mit dem Auto von Hahn nach Dortmund. Kranke Tour, ich werde zu alt für den Scheiß.

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