UEFA-Pokal: FC Zürich – Bayer Leverkusen

Mittwoch, 19.12.2007, 20:45 Uhr, Letzigrund-Stadion (26.600 Plätze)

Letzte Möglichkeit, die Dienstkarre auszufahren und bis auf diesen UEFA-Cup-Kick in der Schweiz war nichts in greifbarer Nähe. Also schnell das Auto aufgefüllt, Kaddi, Kevin und Kulle waren dabei und so gings Dienstag abend schon in Richtung Schweiz. Aus dem Plan, zu viert im Etap zu pennen, ging schon mal gründlich daneben. Der Computer war kaputt und ein Typ an der Rezeption. Schon mussten 2 Zimmer gebucht werden, blöde Sache. Am nächsten Morgen ab nach Weil und den Carhartt-Outletshop geplündert, quasi wie immer, wenn man schon mal da ist. Mittags erreichten wir Zürich und zu Kaddis Leidwesen parkten wir am Hardturm, liefen über die „Geleise“ zum Letzigrund und von da aus in die Stadt. Am Stadion sagte man uns, dass es erst gegen 18 Uhr Karten geben würde. Also sahen wir uns die Stadt an, wieder zu Fuß. Dummerweise fanden wir erst gegen 16 Uhr den FCZ-Shop, der gerade zu machte und uns nicht mehr reinkommen ließ.

Kurzer Stop bei Subways, dann mit der Tram in Richtung Stadion. Karten gabs lustigerweise nur noch teure. Die „Billigen“ für 40,- Franken waren bereits ausverkauft, natürlich hatten wir nicht genug Franken dabei und in diesem super modernen Neubau war keine Kartenzahlung möglich. Der nächste Bankautomat war weit weg, also zurück per Tram. Kohle geholt, wieder zur Tram und den sportlichen Leverkusener Mob knapp verpaßt. Sahen recht motiviert aus die Herren – vorneweg übrigens ein Dortmunder Zivi, die Leverkusener Zivis hatten ihre Sportler wohl aus den Augen verloren. Der SKB aus Dortmund war auf Einladung der Zürcher Polizei vor Ort, wohl im Vorgriff auf die drohende EM. Die Levs zogen schweigend an der Heimkurve vorbei.

Südkurve Zürich

Südkurve Zürich

Wir konnten leider nur super Schnäppchen für 70,- Franken erstehen, da wir keinesfalls in die Leverkusener Kurve wollten. Da draußen auch nichts besonderes los war und kaum Kneipen da sind, gingen wir schon mal rein. An unserem Block eine junge Ordnerin, die bei den Mitreisenden zu gefallen wußte. Die gute Frau stellte sich als GC-Fan(in) heraus und war daher nicht so die kompetente Ansprechpartnerin in Sachen Fanszene. Im Gegensatz zum alten Letzigrund ist der neue eben ein Neubau und hat das gewisse……..nichts. Einfach ein total kalter, null einladender Bau. Kalt ist überhaupt das Stichwort, da baut man in der Schweiz ein nagelneues Stadion und es ist überall arschkalt, selbst die Toiletten sind nicht geheizt. Überhaupt sehr komisch, auf wieviel Komfort verzichtet wurde. Nicht, dass ich es vermissen würde – nur ist bei den meisten Neubauten deutlich mehr „geboten“. So gibt es nicht mal einen Fanshop innerhalb des Stadions und nur wenige Kioske. Statt eines Fanshops stehen hier und da ein paar mobile Verkaufsstände rum, an denen lustigerweise per Karte gezahlt werden kann (was ja am Eingang nicht funktionierte). Richtig scheisse ist die strikte Sektorentrennung, so dass man sich als Heimfan im eigenen Stadion fast gar nicht frei bewegen kann. Das der Gästeblock abgetrennt ist, ist man ja gewohnt und das macht ja auch irgendwie Sinn, warum man aber als Heimfan keine Chance hat, hinter die eigene Kurve oder auf die Gegentribüne zu kommen, ist schon reichlich albern. So gabs für die passionierten Hopperschweine aus Deutschland keine Gelegenheit, den Südkurve-Stand aufzusuchen. Eigentlich hatte ich mir mal wieder das „Igang 3“ besorgen wollen, ein außerordentliches Fanmagazin der Südkurve.

Der Gästepöbel aus dem Rheinland fiel bis zum Spielbeginn eigentlich nur durch reichlich bescheuerte Gesänge wie „Zürich, ihr Zigeuner!“ auf, herzlichen Glückwunsch in die Farbenstadt. Während die eigene Mannschaft später noch großartiges leisten sollte, konnten die eigenen Fans nicht mal ansatzweise mithalten. Immerhin waren 800 Leute mitgereist, mehr als bpsw. nach Rostock oder Cottbus reisen würden.
Die Heimseite zeigte eine klasse Choreographie. In der Südkurve wurde eine große Blockfahne hochgezogen, die einen Fan zeigte, dessen Unterarme tättowiert waren und die Tättowiernadel bewegte sich über den linken Arm. An der Stelle des Herzens wurden dann zwei Bengalen durch die Blockfahne gehalten.Dazu noch etliche blaue Fahnen. Sehr geiles Ding, Respekt.

Auch die Stimmung der Südkurve war sehr gut, zu Beginn lautstark und durchgängig. Leider auch etwas eintönig, aber immer noch 2 Klassen besser als der peinliche Gästeanhang. Während der FCZ absolut chancenlos war und auf dem Platz schnell zurücklag, sang die eigene Kurve weiter. Nach dem 0:3 feierte man sich endgültig „nur“ noch selbst. Einige nette Melodien waren zu hören, genau wie ein guter Wechselgesang und eine Verarschung der Gäste, die wir leider nicht verstanden haben – sorry, only hochdeutsch.

Vor dem 0:5 verschwanden wir dann, damit wir noch rechtzeitig nach Hause kamen, wir mussten schließlich alle am Donnerstag wieder arbeiten. Rüber zum Hardturm, ab ins Auto und gegen 4 Uhr waren wir schon wieder in der schönsten Stadt der Welt.

Fazit: nette Tour, gute Heimpöbel, peinliche Gäste.

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