Leeds Utd. – Doncaster Rovers

Sonntag, 25.05.2008, 16 Uhr, Wembley Stadium London (90.000 Plätze)

Play-Off-Finale, League One

Unsere Freunde aus Leeds beenden dank ihres 15-Punkte-Abzugs vor der Saison die Spielzeit als Fünfter der Tabelle und müssen übers Halbfinale ins Playoff-Finale. Schnell haben wir mit 10 Mann gebucht, um so in den Genuß „New Wembley“ zu kommen. Nach einer Niederlage im Hinspiel gewann Leeds auswärts bei Carlisle und erreichte das Finale. Mit dem Billigflieger von Weeze ging es London-Stanstead, von dort mit dem Bus nach London. Dort gaaaanz kurze Stipvisite am Piccadily, bevor es zu Phil & Co. aus Leeds in den Pub ging. Der Pub war richtig nett, leider mußte man ewig warten, bevor man ein Bier bekam. Die Jungs waren heiß, die Spannung zu greifen. Zwischendurch viel Gequatsche über Fußball in Deutschland und immer wieder staunende Engländer, was eine Jahreskarte bei uns so kostet.

Dann wurde zum Aufbruch geblasen und wir latschten zur Subway, in der erstmal gut durchgedreht wurde. Schade, dass man die Engländer so fast gar nicht mehr kennt, das war Fußballatmo wie sie sein sollte. In Wembley angekommen, strömte Leeds die Treppen hinunter, immer „Marching on together“ auf den Lippen. Wirklich geil, die Anspannung war zu greifen und die Leute waren laut, voller Inbrunst wurde gesungen.

Wembleystadion

Wembleystadion

Am Eingang ging es typisch britisch geordnet zu, alle standen brav an, man wurde fast gar nicht durchsucht und schon war man drin. Von außen wirkt Wembley etwas kalt, innen ändert sich dieses Gefühl leider nicht. Wie soll es bei einem Neubau auch anders sein. Per Rolltreppe (!) geht es dann bis gang nach oben, wo wir fast kein Bier mehr bekommen hätten. Die Getränkestände schlossen 15 Minuten vor Anpfiff. Wir nahmen unsere Plätze ein und waren beeindruckt: mehr als 2/3 des Stadions wurde von Leeds-Leuten eingenommen. Allerdings blieben tausende Plätze frei, da der Gegner Angst hatte, dass Leeds-Leute alles an Karten aus ihrem Bereich abgriffen. So waren überall größere Gruppen aus Doncaster, aber keine zusammenhängende Kurve. Dazwischen noch überall Leeds. Mitten im Spiel hatten sich die Polizei wohl entschieden, die kleinen Gruppen Leeds-Leute zusammenzuholen. Überall aus den Blöcken des Gegners lösten sich Fans und latschten gemütlich zum neuen Platz im Oberrang, mitten in der Kurve. Der Rest des Stadions applaudierte und hatte sichtlich Spaß. Die ersten Leeds-Lieder ließen Gänsehaut entstehen, so muß England mal gewesen sein, als es noch gut war. Leider hielten die Fans aus Dortmunds Partnerstadt das Niveau nicht, insgesamt wurden vielleicht 4-5 Lieder gesungen und dies immer seltener. Als der Gegner dann noch in Führung ging, wurde es bitter, Leeds rannte weiter an, blieb aber viel zu harmlos.

Am Ende hatte es Leeds nicht geschafft, wirklich bitter für diesen Traditionsverein aus Yorkshire. Unsere kleine Gästegruppe sammelte sich nach dem Spiel, wo Leeds trauerte und der Gegner kein bischen feierte. Erst als eine Kamera auftauchte, sprangen ein paar Vollidioten feiernd vor dieser herum. War die Kamera weg, war wieder Ruhe. Das ist England 2008, leider.

Wir hingen noch in einem Pub herum, 3 von uns gingen ins Hotel, weil man einfach fertig war, der Rest pennte am Flughafen und früh morgens ging es zurück nach Hause. Die Tour hat sich gelohnt, auch wenn es Leeds nicht vergönnt war, zu gewinnen und aufzusteigen.

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