The Damned United

Endlich gibt’s auch hier wieder etwas zu lesen. Nachdem ich nun Jubiläumsstress, die Geburt meines Sohnes und dessen erste 9 Wochen hinter mich gebracht habe, hats mich mal wieder gepackt und ich schreibe mal das eine oder andere.

Irgendwann Freitag abend entschied ich mich, die frisch per amazon verschickte DVD ins Abspielgerät zu legen und einen Film zu gucken, der mir von Thomas aus in der Nähe von Koblenz ans Herz gelegt wurde. Titel des Machwerks lautet „The Damned United“. Ey, ey, was für eine Dopplung, steht ja schon in der Überschrift, stilistisch damit schon jetzt eine glatte 6.

Die Handlung des Films ist schnell erklärt: Brian Clough, ehemaliger Nationalspieler, ist Trainer des Zweitligisten (ohja, damals hieß die 2. Division in England noch 2. Division) Derby County. Jung und dynamisch wie er damals war, hatte er große Ziele und einen älteren, liebenswürdigen Co-Trainer namens Taylor. Damals war Leeds United unter seinem Trainer Don Revie das Topteam und Clough schien Revie zu verehren. Sehr geil dargestellt das ganze, wie Clough alles für einen Besuch Revies vorbereitet, Wein bereit stellt, frisch geputzte Gläser, Tage zuvor sich um Sauberkeit im Stadion kümmert, um Leeds United ehrenvoll willkommen zu heißen. Dummerweise erwidert Revie diese Geste nicht und beachtet Clough nicht einmal. Daraufhin verändert sich alles und Clough beginnt Revie und Leeds United zu hassen. Vom Ehrgeiz gepackt steigt er mit Derby County auf und wird zweimal englischer Meister. Er pöbelt wieder und wieder gegen Leeds unfaire Spielweise, wird davon am Ende auch eingeholt und verliert seinen Job bei Derby. Dann wird er überraschend Trainer bei Leeds United, da Revie inzwischen Nationaltrainer geworden ist. Sein Amtsantritt ist schon großartig, noch bevor er sich bei der Geschäftsführung und Mannschaft vorstellt, pöbelt er in einem TV-Interview gegen seinen Vorgänger und über die unfaire und miese Spielweise Uniteds. Ich will hier nicht alles vorwegnehmen, aber aus meiner Sicht einer der besseren Fußballfilme, zumal man eben auf die meist sehr künstlichen Spielszenen weitestgehend verzichtet, diese machen vielleicht 5 Minuten des ganzen Films aus. Ich habe den Kauf dieses mal nicht bereut und der Film lohnt sich wirklich. Nach all den Hooligan-Filmen auch mal wieder was andere von der Insel.

Samstag war dann Fußball angesagt. Man darf es ja kaum laut sagen, aber diese Samstag abend Termine find ich richtig gut, man hat den Tag zum ausspannen, kann noch ein wenig Fußball gucken und abends unter Flutlicht ist halt doch am schönsten. Auf „Wuppertal – asozial“ habe ich dann verzichten müssen, da im Stadion ein paar Termine anstanden, die ich nicht verschieben konnte. Bis auf den Sieg habe ich dann wohl auch nichts Weltbewegendes verpasst.

Das Spiel gegen die Werkstruppe aus – nur für Wolle – Leberkuchen/Lederbusen/Vizekusen etc.pp. hat mich dann schon ziemlich beeindruckt. In der ersten Halbzeit habe ich die stärkste Gastmannschaft mit dem schwächsten Anhang in dieser Saison gesehen. Aber keine Angst, Hoffenheim und Wolfsburg kommen ja noch, die werden zumindest den Leverkusener Anhang noch unterbieten. Spielerisch war Leverkusen saustark: Ballsicher, lauf- und Zweikampfstark, Zug zum Tor, spielfreudig. Eigentlich hatten sie alles, was ein Spitzenteam ausmacht, nur eins nicht, sie schossen kein Tor. Unsere Mannschaft kämpfte sich mit durchschnittlicher Unterstützung von den Rängen von Minute zu Minute besser ins Spiel, ohne wirklich positiv aufzufallen. Nach vorne hatte der BVB keine gute Szene und defensiv hatten unsere Jungs oft das Nachsehen gegen die starken Leverkusener. In der Halbzeit müssen dann mehrere Schalter umgelegt worden sein, gleich nach der Chance zur Führung durch Kevin Großkreutz netzte Lu-Lu-Lucas Barrios in Torjägermanier zum 1:0 ein, geiles Ding und das Stadion kochte. Kurze Zeit später das 2:0 und das Stadion explodierte. Ich bin ganz ehrlich, in über 20 Jahren Borussia habe ich so eine durchgängige Lautstärke, so ein durchdrehen der Sitzplatztribünen noch nicht gehört. Natürlich waren wir früher auch laut, aber weder so laut (waren natürlich auch weniger Menschen im Stadion) und schon gar nicht so lang anhaltend. Wirklich ein geiler Abend, der noch durch Dietmar Rangelov gekrönt wurde. Bin immer noch ein wenig aufgedreht, während ich diese Zeilen schreibe, schließlich war es nun das erste mal, dass wir eine der Top3-Mannschaften in dieser Saison schlagen konnten, noch dazu in wirklich geiler Art und Weise. Was jetzt? Morgen Werder die Daumen drücken – auch wenn es wehtut, Mittwoch den Bayernsieg bejubeln und dann die Blauen noch abfangen. 10 Punkte auf den siebten sollte man ja eigentlich nicht mehr verspielen….scheiß Euphorie.

Advertisements

Eine Antwort zu “The Damned United

  1. Daniel

    Schön wieder was von dir zu lesen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s