Liebe Stadt Dortmund

Vielen Dank, dass du an uns gedacht hast, endlich haben wir bisher völlig unterpriviligierten Bewohner des Kreuzviertels unseren Radweg, stolze 170 Meter lang soll er laut Presseberichten sein und das für lumpige 120.000,- EUR. Das kannst Du Dir, als vermögende Stadt, natürlich locker leisten und weißt auch um die Bedürftigkeit deiner Bürger. Ein Radweg, herrlich gelegen am letzten Stück einer großen, vierspurigen Straße, breite Bürgersteige und viel zu viele Parkplätze auf beiden Seiten. Davon haben wir schließlich auch zu viele im Kreuzviertel. Und weil du das weißt, liebe Stadt, hast du nun eben entschieden, auf der einen Straßenseite einen Radweg zu bauen. Zumindest hast du uns Anwohnern das 4 Tage vor Baubeginn mitgeteilt. Vier Tage reichen ja locker aus, wenn man vielleicht gerade im Urlaub ist und das Auto dummerweise an der Straße stehen ließ. Aber auch das wäre man ja selbst Schuld, schließlich müssen wir täglich mit deinen Weisheiten rechnen, liebe Stadt. Nun beginnt also Mitte März die Arbeit an diesem wegweisenden Radweg. Zum Glück fallen von diesem Tage an die vielen Parkplätze weg, aber wer braucht die schon in einem City-nahen, auch abends beliebten und belebten Viertel mit vielen Kneipen, Geschäften und Wohnhäusern? Eben, kein Mensch wird diese gut 40 fehlenden Parkplätze vermissen. Zumal so ein Radweg-Bau ja eigentlich nicht lange dauern kann. Schon nach wenigen Tagen ist der Asphalt aufgerissen, keine 2 Wochen später scheinen die Fußwege um die Ecke fertig zu sein. Und weil die Jungs da so auf Zack sind, wird einfach vor und nach Feiertagen nicht gearbeitet. Macht schließlich keinen Sinn, am Mittwoch und Freitag noch schwer zu malochen, wenn der Donnerstag ein Feiertag ist.
Vor 2 Wochen bin ich dann in den Urlaub gefahren, fast 3 Monate nach Beginn der Bauarbeiten. Eigentlich sah alles fast fertig aus, konnte sich nur noch um Tage handeln. Nun bin ich wieder hier – und was ist passiert? Tatsächlich, die Arbeiter sind weg, die Absperrungen ebenfalls, die Parkplätze sind da, wo sie hingehören – nur noch immer kein Radweg. Eigentlich sieht es aus, wie noch Anfang März, nur gepflastert und aufgehübscht. Ein paar Paletten fliegen auch noch auf den Parkplätzen rum.

Ich habe jetzt eine Garage, danke liebe Stadt.

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