Galerie

Dortmund

Diese Galerie enthält 2 Fotos.

In unregelmäßiger Reihenfolge packen wir hier ab sofort dieses oder jene Bild unserer Stadt ins Blog. Erspart das schreiben…

Frauenfußball….

….find ich übrigens eher so mittel, also maximal mittel. Eher so wie Kunstrasen, also gar nicht.

Wollte ich mal los werden.

Die 3 Asis vom Grill oder die Euphorie im Viertel wird sichtbar

Schon wieder ein Monat ohne neuen Beitrag vergangen, Schande aufs Haupt. Heute, Karfreitag, stand der Czerkus-Lauf auf dem Programm. Heinrich Czerkus, BVB-Platzwart und im Widerstand gegen die Nazis, wurde wenige Tage vor der Eroberung Dortmunds durch die US-Armee, von der Gestapo mit vielen anderen Widerständlern und Zwangsarbeitern aus Frankreich und Polen ermordet. Auf dem Weg nach oben, hinauf in die Bittermark zum Mahnmal, lernte ich noch die Schwester eines der damals Ermordeten kennen. Er kam vom einst „roten“ Borsigplatz und war bei den „Edelweißpiraten„, sie erzählte, dass sie als kleines Mädchen am Borsigplatz einst viele Borussen kennenlernte, August Lenz war einer von ihnen. Der Czerkus-Lauf war gut besucht, über 200 Teilnehmer, soviel wie noch nie, Daumen hoch. Wirklich eine bunte Veranstaltung.

Kommen wir zum positiveren: nachmittags noch mit Kind und Kegel durchs Viertel gelaufen und irgendwie liefen uns überall Menschen mit gelben T-Shirts in der Hand über den Weg. Was ist denn hier los? Achja, TU verteilte heute die bestellten Shirts in der Lenz-Stube. Da war was los, bis zum Kickboxstudio zwei Häuser weiter standen die Leute. Verrückte Welt, dem Vernehmen nach sind bereits weit über 6.000 Shirts verkauft worden. Der Rest wird sicher morgen im Grenzland verkauft werden.

Was das mit den 3 Asis vom Grill zu tun hat? Bisher nichts. Am Ende des herrlichen Sonnentages saßen wir noch in einer Kneipe und da hatten sich hinter uns 3 ausgewachsene Spießbürger zusammengefunden. Schätzungsweise 60 Jahre alt, im Radrenntrikot und zwischendurch mal laut furzend. Nebenbei pfiffen sie 3 Brasilianerinnen 2 Tische weiter an und waren offenbar wirklich der Meinung, diese durch lautes pfeifen und zur Schau stellen der eigenen Plautze im hautengen Renntrikot, herumzukriegen. Ich denke, sie versuchen das noch die nächsten Wochen mit durchschlagendem Erfolg. Geile Typen, die einem echt die Laune verhageln konnten.

Morgen gehts nach Gladbach, Hassgegner Nummer 2 auf meiner ganz persönlichen Liste und nicht nur ich hoffe auf einen klaren Auswärtssieg.

Früher war alles besser, früher war alles gut….

…..da hielten alle noch zusammen, die Bewegung hatte noch Mut!

Um es mit dem größten Trainer der Welt zu sagen: „Das ist doch alles blablabla ist das.“ Weder war es früher so, dass sich alle geliebt oder respektiert haben, noch, dass die Tribüne immer und ständig Gas gegeben hat, noch dass jeder anstimmen konnte und alle einstimmten. Es gab auch früher Leute und Fanclubs, die mehr zu sagen hatten, als andere und auch da konnte nicht jeder Hans ein Lied anstimmen, dass alle mitsangen. Immer dieses fürchterliche romantisieren einer längst vergangenen Zeit, jetzt wird hier schon die BF geprießen, ekelhaft.

Ja, die Zeiten ändern sich. Ja, das ist nicht immer schön, gerade für die Älteren, die kommen da nicht mehr so mit. War aber früher auch schon so, als die Kutten von den Hools verdrängt wurden und auch mal was aufs Maul gab, wenn man es wagte, den freundlichen Herrenmenschen der BF zu widersprechen. Aber hey, wir waren ja alle schwarzgelb – ne, is klar. Und in x Jahren werden dann die Ultras von den xy verdrängt und im Internet oder seiner nachfolgetechnologie weinen sich 40jährige Jogginghosenträger über diese Arschlöcher aus, die mit gerade mal 20 so tun, als würde ihnen die Welt gehören. Vergessen dabei, dass auch sie mal 20 waren, so wie es die Älteren eben jetzt tun.

Und ja, die Liedauswahl ist in letzter Zeit nicht immer so glücklich, wissen sie sogar selbst, wenn man mal redet. Und nein, die Liedauswahl ist nicht Schuld daran, wenn der Großteil der Tribüne einfach nur noch „Wer wird Deutscher Meister!“ brüllen will und auf diese 90 Minuten lieber verzichtet. Und ja, die Stimmung Ende der 90er, Anfang der 0er Jahre waren schrecklich beschissen. Dann kamen die Ultras, während die alten Herren, die hier virtuell rumjammern lieber Bier saufend im Block standen, andere als Blagen beschimpften und maximal noch Hey Baby bölken konnten. Ja, das ist Sarkasmus und nicht fair, genauso unfair und pauschal wie vieles andere auch. Und jetzt kommen wieder die angeblich erlebten Geschichten 40jähriger alter Fahrensmänner, die von (maximal) 20jährigen in TU-Pullis bepöbelt werden. War übrigens Jackenwetter gegen Mainz, aber das nur am Rande. Ich glaube sie nicht, kein Stück. Oder steht man als sonst 14er Besucher plötzlichen mitten im Pulk? Ach, doch nicht, ne, war ganz anders, also, so, ne, weißte?

Und jetzt hab ich mich doch wieder über so ne Scheiße im schwatzgelb.de-Forum aufgeregt, wollte ich doch nicht mehr machen. Aber wat raus muss, muss raus.

Don’t bevlieve the hype

Vor wenigen Tagen habe ich noch einen sehr pathetischen Text für unseren Dede geschrieben, inzwischen nimmt aber die Trauer, teilweise sogar richtige Wut, über seinen Abgang bescheuerte Züge an. Abgesehen von den heute wohl unvermeidlichen Facebookgruppen (mein persönliches Highlight der letzten Monate aus dem HSV-Umfeld: „Bernd Hoffmann und Katja Kraus gehören zum HSV!“), wird in Foren und sonstigen Onlinebeiträgen fast über nichts anderes mehr diskutiert. Der gute Dede hat jetzt wohl angeblich geäußert, dass er gar nicht gehen wollte, sondern er eigentlich gerne geblieben wäre. Bleibt eben die Frage, ob sich der BVB das überhaupt leisten kann und sollte? Ein Spieler, der nun mal seine große Zeit hinter sich hat, passt nicht mehr ins Konzept der jungen, hungrigen Spieler – zudem wird Dede nicht gerade an Knochen nagen (wie er es angeblich dem Lieblingsschmierblatt Nr.1 gesagt haben soll; volles Zitat lt. FA-Forum: „Nie! Ich habe sogar freiwillig auf 50 Prozent Gehalt verzichtet, als es dem Klub mies ging. Jahrelang haben wir hier nur Knochen genagt. Und jetzt, wo es wieder Steaks gibt, muss ich weg. Das tut weh.“), sondern zu den Besserverdienenden im Kader gehören. Abgesehen davon gönnt ihm wohl jeder seine Einsatzminuten, bei uns wird er die einfach nicht mehr in dem Maße bekommen können.

Dabei spielen wir morgen gegen den FSV Mainz 05, der ist seit 2005 ungeschlagen im Westfalenstadion. Vielleicht konzentriert sich mal wieder jeder darauf und bringt seinen Hunger auf Fußball, Borussia und Siege des magischen Ballspielvereins wieder mit ins Stadion und vor allem auf die Tribüne.

Ein Borusse verabschiedet sich

Kurze Einleitung: auf den üblichen Sarkasmus wird vollständig verzichtet, dafür wird es pathetisch und emotional.

Nun ist es also raus, er verlässt uns. Leonard de Deos Santos, kurz Dede, verlässt den magischen Ballspielverein nach 13 Jahren. Weder er, noch wir Fans dürften damals im Sommer 1998 daran gedacht haben, dass er einmal so lange bleiben würde. 1998, die erste Zäsur nur ein Jahr nach dem Championsleague-Triumph von München. Der kleine, junge Brasilianer kam von Atletico Mineiro aus Brasilien, lokaler Widersacher von Belo Horizonte, die der BVB im Weltpokalfinale geschlagen hatte. Dede war so etwas wie der erste Transfer des neuen Sportdirektors Michael Zorc und vielleicht wurde er auch deswegen noch eher belächelt. Die ersten Schritte des kleinen Brasilianers wurden neugierig beäugt und irgendwie konnten die Fans schnell feststellen, dass da ein Rohdiamant aufs schleifen wartete. Unvergessen die Episode vom ersten Frost auf Dedes Auto, als er panisch nach Hilfe telefonierte, weil er dachte, sein Auto sei kaputt – dabei war es eben nur der Frost.

Der sympathische Linksverteidiger spielte sich schnell in die Herzen der Menschen, immer freundlich und vor allem immer mit vollem Einsatz auf dem Platz. Seine Jubelläufe bei den wenigen Toren werde ich nie vergessen, 2007 sein Tor gegen Leverkusen in der Nachspielzeit, der Jubel auf dem Zaun und natürlich sein grandioses Spiel gegen den AC Milan.

Dede hatte Angebote, zuletzt vor 3 Jahren vom AS Rom, gegangen ist er nie. Sei es, weil er nicht wollte oder weil er nicht durfte. Er war aber immer Profi, erzwang niemals seinen Abschied und war nie länger verletzt. Und gerade in diesen Jahren, in denen es dem BVB alles andere als gute ging, war auf Dede Verlass. Während andere Profis das weite suchten, stand Dede seinen Mann und war als sogenannter Außenminister des BVB immer für die Integration neuer Brasilianer verantwortlich. Dede blieb und darf hoffentlich am 14. Mai seine zweite deutsche Meisterschaft mit seinem Herzensverein feiern. Nicht nur die Menschen rund um Borussia Dortmund haben ihn ins Herz geschlossen, auch er hat diesen großartigen Klub und seine Fans für immer in sein Herz geschlossen.

Es wird wehtun oder zumindest sehr komisch sein, Dede vielleicht im nächsten Jahr bei einem unserer Gegner zu sehen. Aber wir alle wünschen uns Profis wie ihn, einerseits nimmt er seinen Job ernst und andererseits ist er eben kein Gefühlskalter „Ich küsse jedes Wappen“ Vertreter. Ich hoffe einfach, ihn in der kommenden Saison nicht im Hoffenheim-Trikot sehen zu müssen, von GE will ich gar nicht ausgehen.

Machs gut Dede!

Zu Besuch im Disneyland

Gestern verlor der magische Ballspielverein also mal wieder ein Spiel, Nummer 3 in dieser Saison. Für mich fast unerträglich, ist es doch dieser widerliche Kunstverein, gegen den man (für mitlesende Bremer: „Mensch“) nicht verlieren darf. 15 Vereine in der Liga, bei denen man „gerne“ verlieren kann. Aber bitte keinesfalls bei den Viechern und nicht in Sinsheim am Flugzeugmuseum. Übrigens passt das Stadion perfekt dahin, als gehöre es zur Ausstellung, ein ausgestelltes Ufo quasi.

Die Erlebnisse gestern fasst am besten ein Beitrag aus dem schwatzgelb.de-Forum zusammen:

Das geht mir genauso, mit der Niederlage kann ich leben, aber mein erster Besuch in diesem Freizeitpark, der wird mir unvergesslich bleiben. Das war für mich eins der unglaublichsten Stadionerlebnisse, an das ich mich erinnern kann, auch nach einer Nacht drüber schlafen bin ich immer noch fassungslos. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich dieses Publikum widerlich finden soll oder ob ich die nicht unendlich bedauern sollte. Noch nie habe ich so ein leidenschaftsloses, beliebiges, aufgesetztes, künstliches Gehabe während eines Fußballspiels erlebt; dort wird Fußball-Fan simuliert, geschauspielert, da laufen Hybride rum mit Sinsheim-Trikot und BVB-Schal, die Gesänge der Super-Hoffis – in Ansätzen zu vernehmen nach dem 1:0 – ähneln einem Kinderchor in der ersten Probestunde, zum Ausgleich versucht ein daueranimierender Stadionbrüller in trommelfell-zerfetzender Lautstärke die Zombis zu irgendwelchen Regungen zu veranlassen

Mehr will ich gar nicht mehr dazu sagen, regt mich einfach nur auf.

Hoffenheim abschaffen!

Edit: einen hab ich noch, der ist zu gut, als ihn nicht zu erwähnen. Hier findet sich so ein richtiger Hoffe-Fan, Wahnsinn.